Snowboard Rennmannschaft

Überragende Saison von Paul Berg: Teilnahme an den Olympischen Spielen, Gesamt World Cup Zweiter und Teilnahme an den X-Games

 

Die Saison 2013-14 war für Luca und Paul Berg eine ganz besondere: Beide Snowboardcrosser des SCK hatten realistische Chancen auf die Teilnahme an den Olympischen Spiele im russischen Sotschi im Februar 2014. Paul konnte durch seine Resultate im Snowboardcross World Cup die nationale sowie internationale Olympia-Qualifikationsnorm deutlich erfüllen. Seine Schwester Luca erfüllte die beiden Normen ebenfalls deutlich, unter anderem mit Platz acht beim World Cup in Kanada. Es schien alles klar und die Sensation perfekt: zwei SCK’ler bei den Olympischen Spielen 2014. Leider machte das fragwürdige Qualifikationssystem Luca einen Strich durch die Rechnung:

Wegen eines fehlenden nationalen Quotenplatzes von Deutschland durfte Luca nicht bei den Spielen starten. Aufgrund eines bei der Weltmeisterschaft 2013 in Kanada erlittenen Kreuzbandsrisses, konnte Luca nur an der Hälfte der World Cups, welche zur Erfüllung der Normen berechtigten, teilnehmen. Da Luca in Deutschland als einzige Frau im Snowboardcross World Cup unterwegs ist, konnte der Quotenplatz während Lucas Verletzungspause nicht gehalten werden. Daher war die erfolgreiche Erfüllung der persönlichen Qualifikationsnormen wertlos. Aufgrund der warmen Wetterlage musste zudem noch der letzte zur Qualifikation berechtigende World Cup in der Schweiz ersatzlos gestrichen werden, bei dem Luca die wenigen fehlenden Punkte für den Quotenplatz hätte mit großer Sicherheit einfahren können. Trotz schriftlicher Proteste bei DOSB-Präsident Alfons Hörmann – welche sogar beantwortet wurden! – konnte keine angemessene Regelung für Luca mit dem IOC und der FIS gefunden werden. Das Starterfeld im Snowboardcross wurde bei den Damen und Herren vom IOC und der FIS künstlich klein gehalten. So wurde Luca am Ende für ihre erfolgreiche Erfüllung der Normen unter erschwerten Bedingungen doppelt abgestraft. Fair sieht anders aus! In Anbetracht der Tatsache, dass “Stargeigerin” Vanessa Mae bei den Alpin Skifahrern für Thailand an den Start in Sotschi gehen durfte (die Ernsthaftigkeit ihrer Qualifikation darf angezweifelt werden – ein Blick in die FIS-Biografie genügt, dort ist sie unter Vanessa Vanakorn gelistet….) zeigt, dass beim IOC und der FIS mit unterschiedlichem Maß zwischen den Sportarten gemessen wird.

Zurück zu den positiven Nachrichten: Paul konnte in Sotschi bis ins Viertelfinale fahren, wurde dort leider in aussichtsreicher Position auf das Halbfinale von einem Kontrahenten aus Kanada abgeschossen. So blieb am Ende Rang 13, wobei Paul den Crash sehr sportlich und gelassen nahm. In einem äußerst sympathischen Interview mit dem ZDF Morgenmagazin hegte Paul am Tag danach keinen Groll: Sein sportliches Ziel – die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi – hatte er erreicht und Absicht war dem Kanadier nicht zu unterstellen, auch er schied in Folge des Crashs aus.

Beflügelt von den Olympischen Spielen lief die restliche World Cup Saison bei Paul blendend. Das World Cup Finale in Spanien konnte er mit dem ersten Einzel World Cup Sieg seiner Karriere krönen und sich so am Ende in der Gesamtwertung den sensationellen zweiten Platz sichern. Zudem gewann Paul mit seinem Teamkollegen Konstantin Schad (SC Miesbach) bereits im Dezember 2013 den Team World Cup in Österreich. Die herausragenden Leistungen von Paul wurden mit der Einladung zu den legendären X-Games in den USA gekrönt, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Extremsportarten.

Luca und Paul Berg sind weiterhin Mitglieder der Sportfördergruppe der Bundeswehr und leben im Allgäu. Zur Saison 2014-15 beginnen beide ihre duale Karriere: Spitzensport und Studium an der Hochschule Kempten. Wir wünschen Euch bei euren beiden Karrieren viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Leider musste Luca im September 2014 beim Training in Saas-Fee den nächsten Rückschlag hinnehmen: Eine weitere Kreuzbandverletzung zwingt sie zu einer erneuten Pause. Gute Besserung Luca, Kopf hoch.

Auch in der Saison 2013-14 waren die Nachwuchs-Snowboardcrosser des SCK wieder erfolgreich unterwegs. Nach den traditionellen Vorbereitungslehrgängen im Kaunertal mit dem Landeskader Baden-Württemberg, standen Snowboardcross-Wettkämpfe im Rahmen der sbxTrophy von Snowboard Germany am Bundesstützpunkt in Grasgehren auf dem Plan. Für den Saisonhöhepunkt im Nachwuchsbereich sorgte Nick Haberbosch (Jg. ’00), der sich im März bei der Deutschen Jugendmeisterschaft (DJM) Snowboardcross in der U15-Klasse den Titel sichern konnte. Tim Widmann (Jg. ’99) hatte bei der DJM Pech, er kam nach einem harten Positionskampf um Platz eins mit einem Konkurrenten im Großen Finale zu Fall. Pech für einen SCK’ler kann aber auch Glück für einen anderen SCK’ler bedeuten, denn Nick Haberbosch konnte auf Rang drei liegen den beiden Gestürzten ausweichen und zum DJM-Titel fahren. Für Tim blieb am Ende Rang drei, nach einer zweifelhaften Disqualifikation, da er von der Rennleitung als Verursacher des Sturzes ausgemacht wurde. Tim Haberbosch (Jg. ’02) konnte seinen DJM-Titel U12 von 2013 knapp nicht verteidigen, durfte sich nach einem engen Zieleinlauf dennoch über den Vize-DJM-Titel 2014 freuen.

Bei den weiteren Wettkämpfen waren die Nachwuchs-Snowboardcrosser des SCK Dauergäste in den Top 5. Nick Haberbosch konnte sich durch die konstanten Top-Ergebnisse den Gesamtsieg U15 der sbxTrophy 2014 sichern.

Der ehemalige Europacup-Fahrer Etienne Laboureur hätte im Februar 2014 am Feldberg gerne seinen Titel des King of the Forest, einem Downhill-Snowboardcross-Event, verteidigt. Die Qualifikation konnte Etienne gewinnen und machte sich im Achtelfinale an die angepeilte Titelverteidigung. Eine kleine Unachtsamkeit ein der ersten Steilkurve kostete ihn jedoch den Aufstieg ins Viertelfinale. Dumm gelaufen, aber 2015 gibt es die nächste Chance für Etienne, den hoheitlichen Titel aus dem Schwarzwald nach Konstanz zu holen.

Weitere Infos rund um Luca und Paul Berg sowie den Snowboardnachwuchs des SCK sind unter go4snow.de zu finden.

Thorsten Schelling

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